Vom Informatiker zum Unternehmer: Wie Helinks aus unendlich vielen Ideen klare Prioritäten macht

Andreas Reuter führt ein hochspezialisiertes Software-Unternehmen für Umspannwerke. Mit dem Growth by Reset Assessment und wöchentlichem Sparring hat er alte Annahmen hinterfragt und arbeitet heute fokussiert an den Themen, die sein Geschäft wirklich voranbringen.

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Über Helinks

Helinks entwickelt Software für Umspannwerke, also die großen Anlagen, in denen Stromnetze zusammenlaufen und der Strom verteilt wird. Mit Helinks STS werden die Rechner konfiguriert, die dort automatisch reagieren, etwa wenn bei einem Fehler in der Leitung ein Schalter öffnen muss.

Zu den Kunden zählen kleine Gemeinden mit eigener Station ebenso wie Hersteller wie Siemens und GE oder die Netzbetreiber großer Städte. Neben der Software bietet Helinks Trainings, Engineering-Services und Custom-Entwicklungen an, häufig für Hersteller, deren Lösungen auf der Helinks-Plattform aufbauen.

Gegründet hat das Unternehmen Andreas‘ Vater, ursprünglich als Hobby. Heute führen es Andreas und sein Bruder, beide Informatiker.

„Ich bin gezwungenermaßen in diese Geschäftsführerrolle geraten und habe irgendwann gemerkt, dass es zwar ganz gut läuft, aber wahrscheinlich viel besser laufen könnte, wenn ich mehr wüsste.“
Andreas Reuter
Geschäftsführer, Helinks GmbH

Ausgangssituation

Andreas ist Informatiker, kein Kaufmann. Als sein Vater in den Ruhestand ging, standen er und sein Bruder plötzlich vor der Aufgabe, die Firma zu führen. Das Geschäft lief, aber ohne Plan dahinter:

  • Unendlich viele Ideen, aber keine Referenzerfahrung, um zu entscheiden, welche davon wirklich zählt
  • Business-Literatur passte kaum: Sie dreht sich um B2C und SaaS, selten um kleine B2B-Software-Unternehmen
  • Extrem lange Zyklen: Die Kunden planen in Zeiträumen von 10 bis 15 Jahren, ein Verkauf dauert rund zwei Jahre
  • Business-Themen wurden in Sprints erledigt und dann wieder monatelang liegen gelassen
„Eigentlich bin ich bei so etwas sehr skeptisch. Ich habe erst gesagt: Nee, das mache ich nicht. Was will ich mit einem Berater? Der versteht mein Geschäft nicht.“
Andreas Reuter

Was die Analyse gezeigt hat

Vieles im Unternehmen war aus der Gründungszeit übernommen und nie hinterfragt worden. Manche dieser Annahmen stimmten noch, andere passten längst nicht mehr zur heutigen Marktposition. Und an einigen Stellen passte das eigene Handeln nicht zu dem, was man eigentlich wusste.

Ziele des Kunden

Andreas suchte eine Abkürzung: statt sich alles über Jahrzehnte selbst anzulesen, mit jemandem sprechen, der das Geschäft von B2B-Software kennt.

Unsere Umsetzung

1. Erstgespräch und eine bewusste Entscheidung

Andreas fragte an, weil er jemanden suchte, der auf B2B-Software spezialisiert ist und keine Ratschläge gibt, die man auch einem Bäcker geben könnte. Zwischen Erstgespräch und Beauftragung lag eine Pause: Eine monatliche Investition in Beratung hatte er nie zuvor getätigt.

„Dann dachte ich mir einfach: Okay, dann mach es halt mal. Du kannst immer noch aufhören.“

2. Growth by Reset Assessment statt Schnellschuss

Wir sind nicht sofort losgelaufen, um zum Beispiel Leads zu generieren. Zuerst haben wir alle sieben Growth-Dimensionen strukturiert durchleuchtet und einen Plan gemacht.

  • Geschäftsmodell, Angebot und Vertrieb einem Außenstehenden erklärt und dabei überprüft
  • Übernommene Annahmen gegen die heutige Marktposition gestellt
  • Aus der langen Ideenliste wenige Prioritäten mit klarer Reihenfolge gemacht

3. Umsetzung im wöchentlichen Sparring

Seitdem treffen wir uns jede Woche zum Jour fixe, zwischendurch läuft der Austausch über Slack. Gearbeitet wird immer nur an ein bis drei Themen gleichzeitig.

  • Angebot strukturieren und Kommunikation schärfen
  • Vertriebsprozess aufbauen, Deals werden erstmals systematisch getrackt
  • Rolle der Partner im Geschäftsmodell neu bewerten

Der Wendepunkt

„Im Assessment ist mir aufgefallen, dass die Anreize unserer Partner eigentlich im Gegensatz zu unseren liegen. Wir wollen, dass Software verkauft wird. Der Partner will, dass der Kunde ihn bezahlt, um die Software zu nutzen. Das war mir vorher nie so klar.“

Das Partnermodell stammt aus einer Zeit, in der Helinks unbekannt war und um jeden Kunden kämpfen musste. Heute ist die Firma im Markt bekannt, und es ist Zeit, anders darüber nachzudenken.
Andreas Reuter

Hürden unterwegs

Ein fester wöchentlicher Termin für Business-Themen ist für einen Techniker eine Umstellung. Zwischendurch stand die Frage im Raum, ob alle zwei oder drei Wochen nicht reichen würde. Andreas hat sich dagegen entschieden.

„Manchmal finde ich es nervig, weil ich einfach sagen will: Ich habe jetzt keinen Bock auf Business. Aber es ist gut, diesen Zwang zu haben. Es muss eigentlich jede Woche etwas passieren, sonst kommt man nicht vom Fleck.“
Andreas Reuter
Auch das Partnerthema ist noch nicht gelöst, weil am bestehenden Modell weitere Vorteile hängen. Aber es liegt jetzt auf dem Tisch.

Das hat sich nach wenigen Monaten verändert:

Klarheit & Entscheidungen

Im Alltag

Was noch kommt

Für wen Andreas das empfiehlt

„Es ist nicht schwer, eine gute Idee zu haben. Es ist schwer zu wissen, was man machen soll. Wenn man die Erfahrung nicht hat, muss man sie sich extern holen. Ich würde sogar sagen, es ist ganz schön blöd, das nicht zu tun.“

„Wenn du ein Geschäft hast und keinen Masterplan, sondern nur grob weißt, was halbwegs funktioniert, dann ist es Zeit, mit jemandem zu sparren. Sonst ist es ein Mäandern.“
Andreas Reuter

Fazit

Julius Schaefer, Growth Architekt

Andreas hat das gemacht, was vielen technischen Gründern am schwersten fällt: Er hat seine Skepsis überwunden und den Sprung vom Fachexperten zum Unternehmer bewusst angenommen. Am Anfang war er vorsichtig, heute ist er richtig drin. Und er hält den wöchentlichen Termin, auch wenn gerade Feuer zu löschen sind.

Was ich aus der Zusammenarbeit mitnehme: Ab dem Tag, an dem man sich systematisch mit seinem Wachstum beschäftigt, passieren Dinge, die sonst nicht passieren würden. Bei Helinks sieht man das jede Woche ein bisschen mehr.

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